Luca Waldschmidt feierte seinen Treffer in alter Griezmann-Manier.

Foto: © imago / Claus Bergmann

Wenn der Hamburger SV auf den VfL Wolfsburg traf, dann war das selten ein krass episches Duell. HSV gegen Wölfe, das war meist ein knappes Ding oder ein Remis-Spiel. Im vergangenen Jahr aber änderte sich das. Zwar nicht im Sinne eines Torfestivals, sondern mehr von der Dramatik her. Hauptprotagonisten Filip Kostic und Antoine Griezmann.

Es war der 34. Spieltag der Saison 2016/2017. Der Hamburger SV lag auf einem – fast schon gewohnten – Relegationsplatz, der VfL Wolfsburg rangierte nach einer schwachen und enttäuschenden Saison auf dem 15. Rang und hatte zwei Punkte Vorsprung auf den HSV, der also einen Sieg brauchten, um nicht wieder in die Relegation zu müssen.

Die Wölfe kamen noch unter der Führung von Andries Jonker wesentlich besser ins Spiel und attackierten den verunsicherten HSV früh, sodass dieser überhaupt nicht ins Spiel kam. Mario Gomez und Paul-Georges Ntep prüfte Christian Mathenia früh (5. + 10.), ehe Jakub Blaszczykowski den HSV-Keeper in der 22. Minute zu einer Glanzparade zwang.

Es war deutlich: Der VfL bestimmte hier das Geschehen. Im Anschluss von Kubas Distanzschuss bediente Sebi Jung im Strafraum Robin Knoche, der die Wolfsburger per Kopf verdient in Führung brachte (23.). Der HSV fand bis dahin nicht statt.

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 Vermutlich hätte der Dino an diesem Nachmittag auch nicht mehr stattgefunden, wenn nicht Philipp Wollscheid in der 32. Minute entscheidend gepatzt hätte. Der Innenverteidiger vertändelte gegen Bobby Wood den Ball, Lewis Holtby bediente Filip Kostic und dieser erzielte aus dem Nichts den Ausgleich und brachte die Rothosen wieder ins Spiel (32.).

Wenige Minuten später hatte nämlich abermals Kostic die Chance zur Führung, doch der Serbe verzog knapp. Auf der anderen Seite hatte Yunus Malli kurz vor dem Pausenpfiff die Möglichkeit für die Wölfe die Führung zu erzielen, verfehlte Mathenias Kasten aber um Millimeter.

In Hälfte zwei zog sich die Jonker-Elf dann immer mehr zurück und überließ den Hamburgern somit das Geschehen. Eigentlich kein schlechter Schachzug, denn die konnten mit der Überlegenheit nichts anfangen. Es fehlte an Tempo, Entschlossenheit und Kreativität. Die Hamburger rannten zwar an, Torchancen waren aber Mangelware.

Die zehn besten Hamburger der Saison 16/17

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Platz 10: Lewis Holtby, Mittelfeld, 34 Punkte in 29 Spielen, Bildquelle: Imago

Bis zu 88. Spielminute! Kostic setzte sich auf der Außenbahn schön durch, in der Mitte löste sich der gerade eingewechselte Luca Waldschmidt geschickte, erzielte mit seinem ersten Bundesligatreffer den 2:1-Führungtreffer und jubelte wie sonst nur Superstar Antoine Griezmann über seinen Treffer (88.).

Die Wölfe waren am Boden und schaffte es nicht noch einmal, in die Partie zurückzukommen, mussten eine Woche später in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig ran. Dort setzte man sich aber durch und hielt im Nachsitzen die Klasse.

Quelle: Comstats

Quelle: Comstats

Kostic war mit seinem Tor und seinem Assist natürlich der Comunio-Star des Spiels, da ansonsten wenige Punkte-Highlights setzte. So war der Linksfuß der einzige Akteur, der zweistellig punktete (12). Keeper Mathenia holte immerhin acht Zähler und insgesamt kam der HSV auf lediglich 29 Punkte.

Ganze zehn Zähler weniger holten gar der VfL Wolfsburg, der nur auf 19 Punkte kam. Schwächster Akteur war Unglücksrabe Wollscheid mit vier Minutenpunkten. Ansonsten überzeugte nur Knoche mit neun und Jung mit sechs Zählern.

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Autor: Florian Schimak

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